Prekäre Lebenslagen und schwieriges Verhalten junger Menschen: Wie soll eine Gesellschaft damit umgehen?

Die Anlässe für die Entstehung Mobiler Jugendarbeit heute, sind nach 42 Jahren erster sozialpädagogischer Gehversuche im Stuttgarter Stadtteil Freiberg (1967) nicht wesentlich von den damaligen zu unterscheiden. Es geht in fast jeder Gemeinde, in fast jeder Stadt stets um auffälliges, schwieriges, zuwendungsbedürftiges oder delinquentes Verhalten junger Menschen.
 
Die zentrale Frage von damals ist die gleiche geblieben und hat heute eine globale Dimension erreicht: Sollen wir uns diesen obdachlosen, verarmten, ungebildeten, gewalttätigen, benachteiligten, kriminellen, kranken, unterernährten, verachteten, drogenkonsumierenden, provozierenden, extremistisch orientierten Kindern und Jugendlichen zuwenden oder grenzen wir sie aus durch Nichtbeachtung, Bestrafung, Repression und immer mehr staatliche Sanktionspotentiale? Werden die auffälligen Jugendlichen (Punks, Skinheads, Gangs, Cliquen, Jugendbanden, Straßenkinder, jugendliche Drogenkonsumenten, Hooligans u.a.) als „gefährdet“ oder als „gefährlich“ definiert? Entscheidend dafür, ob ein sozialpädagogischer oder ein repressiv-kontrollierender Ansatz gewählt wird, ist, welche Definition sich in der jugendpolitischen Öffentlichkeit durchsetzt. Hilfe oder Kontrolle, Zuwendung oder Ausgrenzung sind die meist heftig erörterten Gegensatzpaare. In vielen Fällen kommt es zu einer Mischung aus beiden Ansätzen, zumal wenn Gesetze verletzt werden. Auffällige Jugendliche provozieren Konflikte, aber auch Opfer. Die Gewaltäußerungen Jugendlicher, die zweifelsohne an Härte und Brutalität zugenommen haben, werden inzwischen auch von Schulen berichtet. Dies führt in der gegenwärtigen Diskussion verstärkt zur Forderung nach dem Ausbau der Schulsozialarbeit, und zu einer verstärkten Kooperation Mobiler Jugendarbeit mit Schulen im gemeinsamen Interesse, die soziale Ausgrenzung junger Menschen zu verhindern. Da Ausgrenzung oft mit Stigmatisierung einhergeht ist es auch Ziel Mobiler Jugendarbeit, Stigmatisierungsprozesse zu vermeiden oder möglicherweise auch Entstigmatisierungsprozesse in Gang zu setzen. Dabei setzt Mobile Jugendarbeit auf Vertrauen und Freiwilligkeit bei den Jugendlichen, denen sie Entwicklungsoptionen, „funktionelle Äquivalente“ (Specht 2006) eröffnet und Chancen zur Lebensbewältigung, ohne Gesetze zu übertreten, anbietet. Der Altersschwerpunkt liegt bei 12 - 19 Jahren. Zuweilen sind auch jüngere oder ältere junge Menschen Zielgruppe Mobiler Jugendarbeit.
 
AktuellISMOMobile Jugendarbeit. . Entstehung. . Prekäre Lebenslagen. . Methodenkonzepte. . LiteraturSymposienProjekteDownloadsLinksKontaktDatenschutzImpressum